Ein gutes Fußballtraining erkennt man nicht daran, wie viele Hütchen auf dem Platz stehen, sondern daran, wie oft Spieler ins Handeln kommen. Was viele verkürzt als dfb training bezeichnen, steht im deutschen Fußball vor allem für eine spielnahe Trainingsphilosophie mit vielen Ballaktionen, hoher Intensität und wiederholten Entscheidungen. Ich zeige, wie dieser Ansatz aufgebaut ist, welche Übungen sich direkt übernehmen lassen und wo Trainer ihn an die eigene Mannschaft anpassen müssen.
Die wichtigsten Prinzipien für wirksames Fußballtraining
- Drei Qualitätsmerkmale bestimmen die Einheit: Freude, Intensität und Wiederholung.
- Die empfohlene Struktur umfasst 15 Minuten Aktivierung, 30 Minuten Spiel, 15 Minuten Zwischenblock und 30 Minuten Spiel.
- Kleine Spielformen erhöhen Ballkontakte, Entscheidungen und tatsächliche Spielzeit.
- Dribbling und Fintieren werden früh trainiert, weil sie viele Wiederholungen und individuelle Lösungen ermöglichen.
- Der Ansatz ist kein starres System, sondern ein Leitfaden für altersgerechtes Training.

Was mit dfb training im deutschen Fußball gemeint ist
Hinter dem Begriff steht keine einzelne Übung und auch kein geheimes Rezept für spätere Profis. Gemeint ist in erster Linie die Trainingsphilosophie Deutschland, mit der der DFB das Kinder- und Jugendtraining spielorientierter, intensiver und entwicklungsfreundlicher gestalten möchte.
Im Mittelpunkt stehen drei einfache Fragen. Haben die Spieler Freude an der Einheit? Sind sie über längere Phasen aktiv? Wiederholen sie wichtige Aktionen oft genug? Aus meiner Sicht ist gerade diese Einfachheit eine Stärke, denn viele Trainingspläne scheitern nicht an fehlendem Fachwissen, sondern an zu langen Wartezeiten und komplizierter Organisation.
Die Philosophie richtet sich besonders an den Nachwuchs. Sie verbindet Angreifen, Verteidigen und Umschalten in kleinen Spielen, statt Technik und Taktik vollständig voneinander zu trennen. Ein Kind soll nicht zwanzig Minuten passiv warten, bis es an der Reihe ist, sondern möglichst häufig dribbeln, entscheiden, schießen und reagieren.
So ist die beste Trainingseinheit aufgebaut
Für eine typische Einheit von 90 Minuten empfiehlt der DFB eine klare Abfolge. Sie lässt sich an verschiedene Altersklassen und Leistungsstufen anpassen, gibt Trainern aber einen verlässlichen Rahmen.
| Trainingsabschnitt | Dauer | Typische Inhalte | Ziel |
|---|---|---|---|
| Aktivierung | 15 Minuten | Dribbling, Fintieren, Fangspiele mit Ball | Viele Ballkontakte und schnelle Aktivierung |
| Spielblock 1 | 30 Minuten | Kleine Spiele auf mehrere Tore | Entscheidungen unter Gegnerdruck |
| Zwischenblock | 15 Minuten | Torschuss, Flanken, Kopfbälle, Sprints | Gezielte Wiederholungen einzelner Aktionen |
| Spielblock 2 | 30 Minuten | Freie oder regelgesteuerte Spielformen | Transfer in eine spielnahe Situation |
Die Aktivierung beginnt idealerweise mit einem Ball pro Spieler. So entstehen kaum Standzeiten. Beim Dribbling kann der Trainer Richtungswechsel, Tempowechsel oder einfache Finten einbauen, ohne die Spieler mit langen Erklärungen aus dem Rhythmus zu bringen.
Der erste Spielblock bildet das Herzstück. Im Zwischenblock lassen sich Aktionen trainieren, die im Spiel zwar wichtig sind, aber in kleinen Spielen nicht oft genug vorkommen. Dazu zählen beispielsweise maximale Sprints oder Abschlüsse. Danach kehren die Spieler wieder ins Spiel zurück und können das Gelernte anwenden.
Warum kleine Spielformen so viel bewirken
Kleine Spielformen reduzieren die Spielerzahl, verkleinern das Feld und erhöhen dadurch die Zahl der relevanten Situationen. In einem 3-gegen-3 oder 4-gegen-4 muss ein Spieler häufiger anspielbar sein, Gegner beobachten und innerhalb weniger Sekunden entscheiden.
Das verbessert nicht automatisch jede Fähigkeit. Ein zu kleines Feld kann beispielsweise dazu führen, dass kaum Raum für längere Läufe entsteht. Deshalb sollte der Trainer die Feldgröße, Spielerzahl und Toranzahl gezielt verändern, statt immer dieselbe Spielform zu verwenden.
Funino und mehrere Felder
Funino mit vier kleinen Toren ist besonders im Kinderfußball beliebt. Die vier Tore schaffen mehr Angriffsrichtungen und verhindern, dass sich das Spiel dauerhaft an einer einzigen Torlinie sammelt. Gleichzeitig müssen Kinder ständig den Kopf heben und freie Räume erkennen.
Bei größeren Gruppen ist Training auf mehreren Feldern sinnvoll. Zwölf Kinder in einer einzigen Spielform haben deutlich weniger Ballkontakte als drei Gruppen mit je vier Spielern. Meine Erfahrung aus der Trainingsplanung zeigt, dass eine einfache Organisation mit mehreren kleinen Feldern oft mehr bringt als eine technisch anspruchsvolle Übung mit langen Schlangen.
Regeln als Steuerungsmittel
Regeln sollten ein konkretes Verhalten fördern und nicht nur für Abwechslung sorgen. Ein Bonuspunkt nach einem erfolgreichen Dribbling kann Mut am Ball belohnen. Ein zusätzliches Tor nach einem Pass in die Tiefe lenkt den Blick auf freie Räume.
Solche Provokationsregeln funktionieren nur, wenn sie verständlich bleiben. Zu viele Sonderpunkte machen das Spiel unübersichtlich und lenken vom eigentlichen Lernziel ab. Eine Regel pro Lernschwerpunkt reicht meistens völlig aus.
Technik, Taktik und Athletik sinnvoll verbinden
Ein häufiger Fehler im Fußballtraining besteht darin, Technik isoliert zu üben und erst am Ende zu spielen. Das kann für bestimmte Korrekturen sinnvoll sein, sollte aber nicht zum Dauerzustand werden. Spieler müssen lernen, eine technische Lösung unter Zeitdruck und gegen einen Gegner einzusetzen.
Dribbling und Fintieren eignen sich besonders gut für den Einstieg. Jeder Spieler hat den Ball, die Wiederholungszahl ist hoch und der Trainer kann leicht unterschiedliche Aufgaben stellen. Im Anschluss kann eine Spielform folgen, in der ein erfolgreiches 1-gegen-1 zum Torabschluss führt.
Athletische Inhalte lassen sich ebenfalls integrieren. Kurze Sprints, explosive Richtungswechsel und Zweikämpfe entstehen bereits in vielen Spielformen. Für maximale Geschwindigkeit, Sprungkraft oder gezielte Lauftechnik braucht es trotzdem gelegentlich einen kurzen eigenen Block, weil diese Aktionen im Spiel nicht immer ausreichend oft auftreten.
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Ein praktisches Beispiel für eine Einheit
In den ersten 15 Minuten dribbeln die Spieler frei durch ein abgegrenztes Feld und reagieren auf Farb- oder Richtungsrufe. Danach spielen sie 4-gegen-4 auf vier Minitore. Im Zwischenblock folgen kurze Serien aus Antritt, Richtungswechsel und Torschuss.
Die letzten 30 Minuten bestehen wieder aus einer Spielform, diesmal mit einer einfachen Zusatzregel. Ein Treffer zählt doppelt, wenn zuvor ein Spieler im 1-gegen-1 ausgespielt wurde. So bleibt der Abschluss spielnah, während gleichzeitig individuelles Angriffsverhalten gefördert wird.
Welche DFB-Programme für Trainer und Vereine wichtig sind
Die Trainingsphilosophie wird nicht nur über Übungen vermittelt. Der DFB nutzt dafür auch Ausbildungsangebote, Talentförderung und digitale Praxisformate. Trainer finden dort Trainingseinheiten, Videos und Hinweise zur Organisation, die sich an unterschiedliche Altersgruppen richten.
Für Nachwuchstrainer ist das Jugendtrainer-Zertifikat ein niederschwelliger Einstieg. Es umfasst nach Angaben der DFB-Akademie 20 Lerneinheiten, verteilt auf Präsenztage und Onlinephasen. Inhaltlich geht es neben Trainingsorganisation auch um Kinderschutz, altersgerechte Entwicklung und das Verhalten des Trainers.
Der DFB-Junior-Coach richtet sich an fußballbegeisterte Schülerinnen und Schüler ab 15 Jahren. Das Programm umfasst 40 Lerneinheiten und bereitet auf erste Aufgaben in Schul- und Vereinsmannschaften vor. Für Vereine kann es interessant sein, junge Menschen früh an Verantwortung und altersgerechtes Coaching heranzuführen.
Daneben bleibt das DFB-Stützpunkt-Training ein Baustein der Talentförderung. Es ersetzt nicht das Vereinstraining, sondern ergänzt es. Genau diese Ergänzung ist entscheidend, denn zwei Trainingseinheiten pro Woche reichen für eine starke individuelle Entwicklung oft nur dann aus, wenn Kinder zusätzlich regelmäßig spielen und üben können.
Wo der Ansatz Grenzen hat
Die Philosophie Deutschland ist kein fertiger Trainingsplan für jede Mannschaft. Ein Anfängerteam, eine leistungsorientierte B-Jugend und eine gemischte Freizeitgruppe brauchen unterschiedliche Feldgrößen, Regeln und Belastungen. Wer die 15-30-15-30-Struktur blind übernimmt, hat zwar einen Ablauf, aber noch kein gutes Training.
Auch die Belastungssteuerung darf nicht unter dem Wunsch nach hoher Intensität leiden. Kinder brauchen Pausen, besonders bei Hitze, großer Gruppengröße oder körperlichen Entwicklungsunterschieden. Intensität bedeutet nicht permanente Erschöpfung, sondern viele sinnvolle Aktionen mit einer Belastung, die zum Alter und Leistungsstand passt.
Ein weiterer Irrtum ist die Annahme, dass kleine Spiele jede isolierte Übung überflüssig machen. Torhütertraining, Standards, Reha-Inhalte oder bestimmte technische Details benötigen manchmal eine konzentrierte Übungsform. Ich würde solche Blöcke kurz halten und anschließend möglichst schnell wieder in eine Spielsituation zurückführen.
Entscheidend ist außerdem die Qualität des Coachings. Der Trainer sollte nicht jede Aktion unterbrechen, sondern beobachten, passende Fragen stellen und nur dort korrigieren, wo eine Intervention wirklich hilft. Ein ruhiger Hinweis wie „Welche Möglichkeit hattest du vor der Ballannahme?“ entwickelt oft mehr Spielverständnis als eine lange taktische Erklärung.
Der größte Hebel liegt zwischen den Trainingstagen
Ein Verein kann die DFB-Prinzipien am wirkungsvollsten umsetzen, wenn Kinder auch außerhalb der festen Einheit Zugang zum Ball haben. Freies Spielen, Jonglieren, Fintieren, kurze Sprintaufgaben und kleine Spiele mit Freunden ergänzen das Mannschaftstraining.
Für Trainer lohnt sich eine einfache Kontrolle nach jeder Einheit. Wie viele Minuten wurde tatsächlich gespielt? Wie lange standen einzelne Spieler? Kam jeder regelmäßig zum Abschluss oder ins 1-gegen-1? Diese Fragen sind oft aussagekräftiger als ein besonders ausgefeilter Trainingsplan.
Mein Fazit fällt deshalb klar aus. Gutes DFB-orientiertes Fußballtraining schafft mehr Spielzeit, mehr Wiederholungen und mehr eigene Entscheidungen. Wer diese drei Hebel konsequent nutzt und die Übungen an seine Mannschaft anpasst, verbessert nicht nur Technik und Fitness, sondern entwickelt Spieler, die im Spiel selbstständiger handeln.
