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C-Junioren-Training planen - 90 Minuten mit klarer Struktur

Gabriel Brinkmann • 8. Oktober 2026
Fußballübung: Kimmich dribbelt, Rüdiger passt, Gosens schließt ab. Trainingseinheiten C-Junioren.

Inhaltsverzeichnis

Eine gute Trainingseinheit für C-Junioren muss mehr leisten als ein paar Passübungen und ein Abschlussspiel. In dieser Altersstufe treffen technische Entwicklung, wachsender taktischer Anspruch und die körperlichen Veränderungen der Pubertät aufeinander. Ich zeige, wie sich 90 Minuten sinnvoll strukturieren lassen, welche Übungen sich sofort einsetzen lassen und worauf Trainer bei Belastung, Korrektur und Spielnähe achten sollten.

Spielnahe Inhalte bringen C-Junioren am schnellsten weiter

  • 90 Minuten lassen sich in Aktivierung, Schwerpunkt und freies Spiel gliedern.
  • Technik unter Gegnerdruck ist wertvoller als isoliertes Passspiel ohne Entscheidung.
  • Kleine Spielformen erhöhen die Zahl der Ballaktionen und fördern Handlungsschnelligkeit.
  • Wachstum und Pubertät verlangen flexible Belastungssteuerung statt starrer Laufpläne.
  • Ein klares Coachingziel pro Einheit verhindert Überforderung und sorgt für sichtbare Fortschritte.

Was C-Junioren im Training wirklich brauchen

C-Junioren sind meist im Alter von 13 bis 15 Jahren und befinden sich je nach Spieler in sehr unterschiedlichen Entwicklungsphasen. Während ein Spieler körperlich bereits weit entwickelt ist, kann ein anderer gerade einen Wachstumsschub durchlaufen. Deshalb plane ich Inhalte gemeinsam, passe die Intensität aber individuell an.

Fußballerisch geht es darum, technische Fertigkeiten unter Zeit- und Gegnerdruck anzuwenden. Ein sauberer erster Kontakt, ein Pass mit dem richtigen Fuß oder ein Dribbling sind nur dann wirklich nützlich, wenn der Spieler die Aktion auch in einer Spielsituation erkennt und umsetzt.

Technik mit einer Entscheidung verbinden

Ich lasse C-Junioren möglichst selten lange ohne Gegner trainieren. Nach einem Pass folgt eine Anschlussbewegung, nach der Ballannahme eine Richtungsentscheidung und nach einem Dribbling ein Torabschluss oder ein Abspiel. So wird aus einer Übung eine spielnahe Handlung.

Taktik verständlich vermitteln

In diesem Alter dürfen Themen wie Breite, Tiefe, Freilaufverhalten, Gegenpressing und Verteidigen im Raum durchaus vorkommen. Ich erkläre sie aber nicht als lange Theorieblöcke, sondern lasse die Spieler die Lösung in kleinen Spielen entdecken. Ein Punktesystem oder eine einfache Regel reicht oft aus, um das gewünschte Verhalten sichtbar zu machen.

Athletik ohne monotones Lauftraining

Schnelligkeit, Koordination und Stabilität lassen sich direkt mit dem Ball trainieren. Kurze Sprints nach einer Finte, Richtungswechsel im 1-gegen-1 oder intensive 4-gegen-4-Spiele liefern bereits viele athletische Reize. Lange Laufstrecken ohne Fußballbezug halte ich in dieser Altersklasse meist für wenig effizient.

Fußballübung für C-Junioren: Dribbling durch Hütchen, Sprint durch Leiter und Passspiel.

So baue ich eine 90-minütige Einheit auf

Eine Trainingseinheit für C-Junioren sollte ein klares Hauptziel haben. Wenn ich gleichzeitig Passspiel, Flanken, Pressing, Ausdauer und Standards verbessern möchte, bleibt am Ende meist alles oberflächlich. Besser ist ein Schwerpunkt, der sich vom ersten Kontakt mit dem Ball bis zum Abschlussspiel durchzieht.

Phase Dauer Inhalt Ziel
Aktivierung 10-12 Minuten Dribbling, Reaktion, kleine Zweikämpfe Körper und Kopf auf das Thema vorbereiten
Technischer Einstieg 15 Minuten Pass, Ballmitnahme oder Dribbling mit Anschlussaktion Bewegungsqualität und Orientierung verbessern
Hauptteil 25-30 Minuten Überzahl-, Gleichzahl- oder Umschaltspiel Schwerpunkt unter Gegnerdruck anwenden
Wettkampfnahe Spielform 25 Minuten 4 gegen 4, 5 gegen 5 oder 6 gegen 6 Entscheidungen im Spiel treffen
Abschluss 8-10 Minuten Freies Spiel, Torschusswettbewerb oder ruhiges Auslaufen Erfolgserlebnis und sauberer Abschluss

Die Pausen sollten kurz bleiben und möglichst mit einer Korrektur verbunden werden. Ich stoppe eine Spielform nur, wenn ein Fehler mehrfach auftritt oder das Trainingsziel verloren geht. Oft reicht ein kurzer Hinweis wie „Vor der Ballannahme schauen“, um das Spiel direkt wieder laufen zu lassen.

Drei sofort einsetzbare Trainingseinheiten

1. Erster Kontakt und Spiel in die Tiefe

Diese Einheit eignet sich, wenn die Mannschaft den Ball zwar kontrolliert, aber zu langsam nach vorne spielt. Markiere ein Feld von etwa 25 x 30 Metern und teile die Spieler in zwei Teams ein. Im Zentrum liegen zwei neutrale Anspieler, die jeweils mit der ballbesitzenden Mannschaft spielen.

  • 10 Minuten freies Dribbling mit Richtungswechseln und kurzen Sprints
  • 15 Minuten Passspiel mit offener Stellung und erster Ballmitnahme
  • 25 Minuten 4 gegen 4 plus zwei neutrale Spieler
  • 25 Minuten Spiel auf zwei Tore mit Bonuspunkt für einen Pass in die Tiefe
  • 10 Minuten freies Abschlussspiel

Der wichtigste Coachingpunkt lautet „Erster Kontakt weg vom Druck“. Die Spieler lernen dadurch, nicht nur den Ball zu stoppen, sondern mit der Ballmitnahme direkt Raum für die nächste Aktion zu gewinnen.

2. 1-gegen-1 und schnelles Umschalten

Für diese Einheit brauche ich zwei kleine Tore, mehrere Hütchentore und ausreichend Bälle. Zwei Spieler starten gleichzeitig in einer Angriffsaktion. Nach einem Abschluss oder Ballverlust schaltet der bisherige Angreifer sofort um und verteidigt das andere Tor.

  • 12 Minuten Reaktionsspiele mit Farb- oder Richtungsruf
  • 18 Minuten 1-gegen-1 aus verschiedenen Startpositionen
  • 25 Minuten 2 gegen 2 auf vier Minitore
  • 25 Minuten 4 gegen 4 mit drei Sekunden Umschaltregel
  • 8 Minuten Torschuss nach erfolgreichem Dribbling

Ich korrigiere hier nicht jede misslungene Finte. Entscheidend ist, ob der Spieler den Mut zur Aktion hat und danach sofort reagiert. Eine misslungene Lösung mit gutem Timing bringt langfristig mehr als ein ängstlicher Rückpass.

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3. Angriff über die Flügel und Abschluss

Diese Einheit passt zu Mannschaften, die im Zentrum zu eng stehen. Teile das Feld in drei Zonen und markiere auf beiden Seiten breite Korridore. Ein Tor zählt doppelt, wenn der Angriff über einen Flügelkorridor vorbereitet und mit einem Pass in den Rückraum abgeschlossen wird.

  • 10 Minuten Passfolge mit Mitnahme zur Außenseite
  • 15 Minuten 2 gegen 1 auf dem Flügel
  • 25 Minuten 5 gegen 4 mit Außenzonen
  • 25 Minuten 6 gegen 6 auf zwei Tore
  • 10 Minuten Abschlussspiel ohne Zusatzregel

Die Spieler sollen nicht automatisch flanken. Ich fordere zuerst den Blick ins Zentrum und lasse sie zwischen Dribbling, Rückpass und flachem Zuspiel wählen. So entsteht echtes Entscheidungsverhalten statt einer einstudierten Bewegung.

Belastung, Pubertät und Regeneration richtig steuern

Die körperliche Entwicklung verläuft in der C-Jugend selten gleichmäßig. Nach einem Wachstumsschub wirken manche Spieler vorübergehend unkoordiniert oder schneller erschöpft. Das ist kein Zeichen mangelnder Motivation. Ich reduziere in solchen Phasen die Zahl maximaler Sprints und achte stärker auf Bewegungsausführung und Pausen.

Intensive Spielformen dürfen anstrengend sein, sollten aber nicht in völlige Erschöpfung führen. Eine einfache Skala von 1 bis 10 hilft bei der Rückmeldung. Liegt die subjektive Belastung wiederholt bei 9 oder 10, müssen Feldgröße, Spielerzahl oder Spielzeit angepasst werden.

Bei zwei Trainingstagen pro Woche bietet sich häufig eine unterschiedliche Gewichtung an. Eine Einheit kann technisch und spielerisch anspruchsvoller sein, während die zweite mehr auf Entscheidungsverhalten, Positionsspiel und Wiederholung setzt. Zwischen besonders intensiven Tagen sollte ein leichterer Tag oder eine ausreichende Erholung liegen.

Zusätzlich sollten Trainer Schlaf, Schulstress und Verletzungen ernst nehmen. Ein Spieler, der wegen einer Klassenarbeit schlecht geschlafen hat, braucht nicht automatisch eine Sonderbehandlung, aber eine kurze Rückfrage kann helfen, die Belastung sinnvoll zu dosieren.

Häufige Fehler und was ich stattdessen mache

Typischer Fehler Bessere Lösung
Lange Passreihen mit Wartezeiten Kleine Gruppen bilden und nach jedem Pass eine neue Aufgabe ausführen lassen
Zu viele Erklärungen vor Beginn Aufbauen, kurz demonstrieren und die erste Runde beobachten
Jede Aktion sofort unterbrechen Nur das vereinbarte Hauptziel korrigieren
Reines Konditionstraining ohne Ball Sprints und Richtungswechsel in Spielformen integrieren
Nur die stärksten Spieler einsetzen Teams regelmäßig ausgleichen und Rollen wechseln lassen

Besonders problematisch finde ich Übungen, bei denen sechs Spieler aktiv sind und zehn andere zuschauen. Die Ballkontakte sinken, die Konzentration lässt nach und der Trainer verwechselt sichtbare Ordnung mit effektivem Lernen. Ich plane lieber mehrere kleine Felder und akzeptiere etwas mehr Unruhe, wenn dadurch alle Spieler in Bewegung bleiben.

Auch ein überladenes Coaching bremst die Entwicklung. Wenn ich in einer Einheit fünf taktische Begriffe einführe, bleibt kaum etwas hängen. Ein klarer Satz, der mehrfach in unterschiedlichen Situationen auftaucht, wirkt meistens besser.

Ein einfacher Wochenplan für zwei Trainingstage

Viele Vereine trainieren die C-Jugend zweimal pro Woche. Der folgende Ablauf ist kein starres Rezept, sondern eine belastbare Orientierung für den normalen Spielbetrieb.

Tag Schwerpunkt Beispiel
Training 1 Technik unter Druck Erster Kontakt, 1-gegen-1, kleine Spielformen
Training 2 Taktik und Spielplan Breite, Pressing, Umschalten, Spiel auf zwei Tore
Spieltag Anwendung und Beobachtung Ein bis zwei Coachingziele aus der Trainingswoche verfolgen

Nach dem Spiel notiere ich mir höchstens drei Beobachtungen. Eine davon sollte die Mannschaft betreffen, eine das individuelle Verhalten und eine die Organisation. Diese kurze Auswertung hilft, die nächste Einheit gezielt zu planen, statt einfach die letzte Übungssammlung zu wiederholen.

In der Saisonvorbereitung kann der technische Anteil etwas größer sein. Im laufenden Spielbetrieb rücken dagegen Spielprinzipien und Regeneration stärker in den Vordergrund. Das DFB-Trainingsportal bietet dafür viele fertige Einheiten, die ich allerdings immer an Spielerzahl, Platzgröße und Leistungsstand anpassen würde.

Woran ich erkenne, dass die Einheit funktioniert

Eine gelungene Einheit erkennt man nicht daran, dass alles leise und perfekt organisiert abläuft. Ich achte darauf, ob die Spieler häufig Entscheidungen treffen, ob sie das Thema im Abschlussspiel wiedererkennen und ob auch schwächere Spieler aktiv beteiligt sind.

Wenn ein Spieler nach dem Training sagen kann, was er heute besser verstanden oder ausprobiert hat, ist viel erreicht. Genau dort liegt für mich der Kern guter C-Junioren-Trainingseinheiten: klare Ziele, viele Ballaktionen, echte Spielsituationen und genug Freiheit, um eigene Lösungen zu finden.

Häufig gestellte Fragen

Die Einheit beginnt mit 10 bis 12 Minuten Aktivierung, gefolgt von 15 Minuten technischem Einstieg. Danach kommen 25 bis 30 Minuten Hauptteil, 25 Minuten wettkampfnahe Spielform und 8 bis 10 Minuten Abschluss.

Technik wird im Spiel erst nützlich, wenn sie unter Zeit- und Gegnerdruck funktioniert. Deshalb sollten auf einen Pass eine Anschlussbewegung, auf eine Ballannahme eine Richtungsentscheidung oder auf ein Dribbling ein Abschluss beziehungsweise Abspiel folgen.

Da sich C-Junioren körperlich unterschiedlich entwickeln, sollten Trainer Intensität und Pausen individuell anpassen. Bei wiederholten Belastungswerten von 9 oder 10 auf einer Skala von 1 bis 10 können Feldgröße, Spielerzahl oder Spielzeit reduziert werden.

Training 1 kann Technik unter Druck mit erstem Kontakt, 1-gegen-1 und kleinen Spielformen behandeln. Training 2 eignet sich für Taktik und Spielplan, zum Beispiel Breite, Pressing, Umschalten und Spiele auf zwei Tore.

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Autor Gabriel Brinkmann
Gabriel Brinkmann
Mein Name ist Gabriel Brinkmann und ich bringe 14 Jahre Erfahrung im Bereich Fußball mit, insbesondere in den Bereichen Wissenschaft, Leistung und Training. Meine Leidenschaft für den Fußball begann schon in meiner Kindheit, als ich selbst aktiv spielte und schnell erkannte, wie vielschichtig und faszinierend dieser Sport ist. Ich interessiere mich besonders dafür, wie wissenschaftliche Erkenntnisse und innovative Trainingsmethoden dazu beitragen können, die Leistung von Spielern zu steigern und das Verständnis für das Spiel zu vertiefen. In meinen Beiträgen auf dieser Webseite möchte ich komplexe Themen verständlich machen und aktuelle Trends im Fußball beleuchten. Dabei lege ich großen Wert auf sorgfältige Recherche und den Vergleich verschiedener Informationsquellen, um meinen Lesern nützliche und präzise Informationen zu bieten. Mein Ziel ist es, sowohl Einsteigern als auch erfahrenen Fußballenthusiasten wertvolle Einblicke zu gewähren, die ihnen helfen, das Spiel noch besser zu verstehen und sich kontinuierlich weiterzuentwickeln.

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